Belgrad bis Eisernes Tor

an dieser Stelle beginnt der Donaudurchbruch
Heute erreichen wir das Ziel dieser Reise und haben somit Halbzeit.
Um 6:00 Uhr passiert unser Schiff die ehemalige Festung Golubaç und befinden uns nun in der Durchbruchsschlucht der Donau in den südlichen Karpaten (Banater Gebirge in Rumänien und serbisches Erzgebirge).
Der Durchbruch ist etwa 100 km lang und endet schließlich mit dem "Eisernen Tor". Das "Eiserne Tor" war früher eine sehr gefährliche Stelle in der Donauschifffahrt. Bereits 1830 wurden im Auftrag der Ungarn erste Felssprengungen zur Verbesserung der Fahrrinne durchgeführt. Österreich-Ungarn wurde beim Berliner Kongress 1878 mit der Regulierung der Donaustrecke beauftragt. Diese regulierte Fahrstrecke wurde am 27. September 1896 von Kaiser Franz Josef I. eröffnet.
Im Cazan (Wasserkessel) hat die Donau ihre schmälste Stelle
Bis zu seiner Entschärfung 1972 als Folge der Errichtung des Staudamms am Kraftwerk Eisernes Tor 1 galt das Eiserne Tor trotzdem als der für die Schifffahrt gefährlichste Flussabschnitt der Donau, der nicht ohne ortskundige Lotsen passiert werden konnte. Das Eiserne Tor gilt als einer der imposantesten Taldurchbrüche Europas. Am Cazan zwischen den Städten Orsova und Donji Milanovac, wird die Donau auf 200 m Breite und 80 m Tiefe eingeengt.
Am Ende des Stausees (ca 100 km lang und bis zu 5 km breit) werden die Schiffe durch Schleusen auf das Donauflussbett gesenkt. Das Wasser speist 2 Kraftwerke (eines davon gehört nach Rumänien und das andere nach Serbien.
Unter dem Gesicht von Decebal befindet sich die lateinische Inschrift "DECEBALUS REX - DRAGAN FECIT" ("König Decebal - Erbaut von Dragan")
U IMP CAESAR DIVI NERVAE F
NERVA TRAIANVS AUG GERM
PONTIF MAXIMVS TRIB POT IIII
PATER PATRIAE COS III
MONTIBVS EXCISI. ANCO..BVS
SVBLATIS VIA. FECIT
Auf der Fahrt durch die Schlucht werden uns das in Stein gehauene Gesicht der rumänischen Königs Decebal, die Höhle, in der um die 500 österreichischen Soldaten den Türken getrotzt haben und die Gedenktafel für den römischen Kaiser Trajan gezeigt. Diese Gedenktafel musste bei der Regulierung versetzt werden, da die Trajanstraße unter dem jetzigen Wasserspiegel liegt.
Die Übersetzung der Inschrift auf der Tafel lautet:
Der Sohn des göttlichen Nerva und regierender Kaiser, Nerva Traianus Augustus Germanicus, Pontifex Maximus, zum vierten Male Inhaber der tribunizischen Gewalt, Vater des Vaterlandes und zum dritten Mal Konsul, hat Gebirge und Strom überwunden und diese Straße gebaut.
Die Trajansbrücke wurde zwischen 103 und 105 n. Chr. von römischen Truppen zur logistischen Unterstützung des zweiten von Kaiser Trajan organisierten Feldzuges gegen die Daker erbaut. Einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit, Apollodor von Damaskus, wurde mit ihrer Planung beauftragt. Die hölzerne Bogenkonstruktion wurde unter Aurelian nach Abzug der Römer aus Dakien, ca. 270 n. Chr., zerstört. Die Überreste der ursprünglich 20 Brückenpfeiler haben sich bis zum heutigen Tag unter Wasser erhalten. Allerdings haben wiederholte archäologische Untersuchungen in den letzten siebzig Jahren ergeben, dass die historische Bausubstanz immer weiter schwindet: Während 1932 noch sechzehn Pfeiler ausfindig gemacht werden konnten, waren es 1982 zwölf und 2003 nur noch acht. (Alle Angaben stammen aus Wikipedia)

Um 11:00 Uhr wendet unser Schiff knapp vor der Staumauer und wir beginnen unsere Heimreise.
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